Weltmeisterin Mai: Absolventin in fünf KUMON-Programmen
Eckdaten:
Mai A., 16 Jahre, seit 15 Jahren KUMON Schülerin, seit 1991 in Japan, seit 1992 in einem Lerncenter in Düsseldorf.
Seit wann lernst du KUMON?
„Ich habe mit drei Monaten in einem Lerncenter in Tokio angefangen. Mein Instructor war Frau M. Suzuki, und ich begann mit den Fächern Mathematik und Japanisch. Da ich noch nicht schreiben konnte, sprachen meine Eltern mit mir und füllten die Arbeitsblätter für mich aus.“
Wann seid ihr nach Deutschland gekommen?
„Im April 1992, da war ich neun Monate alt. Ich startete dann in der Vorschulkindergruppe eines KUMON-Lerncenters in Düsseldorf.“
Hast Du auch KUMON-Deutsch belegt?
„Ja, im April 1993, als ich ein Jahr und neun Monate alt war, begann ich mit KUMON-Deutsch für Japaner. Dies war möglich, da ich damals schon alleine ein japanisches Buch lesen konnte.“
Wie fühlt es sich an, fünf Fächer absolviert zu haben?
„Ich freue mich natürlich. Nun muss ich nicht mehr jeden Tag KUMON machen!“
Hast du KUMON nur aus Pflichtbewusstsein so lange gemacht?
„Nein, so empfand ich das nicht. Es war am Ende schon ein Teil des Alltags, wie Zähneputzen oder Duschen... Aber wenn ich meine Hausaufgaben oder etwas anderes machte, fiel mir immer ein: „Ach, ich muss ja noch KUMON machen!“: Es ist schon eine Erleichterung, dass das in Zukunft weg fällt.“
Welches Fach fiel dir am schwersten und welches am leichtesten?
„Natürlich war Mathematik das härteste Fach. Immerhin habe ich 15 Jahre bis zum Abschluss gebraucht. Am leichtesten fiel mir Französisch. Ich bin wohl eher stark in Sprachen und schwach in Mathematik. Ich konnte in der Schule dank der KUMON-Mathematik durchhalten. Sonst hätte ich wohl große Probleme gehabt. Französisch hatte ich schon in der Schule, darüber hinaus war ich motiviert, weil viele Liebesromane in den KUMON-Blättern standen. Außerdem war es das letzte Fach, mit dem ich anfing. Da wusste ich schon genau, wie ich mit der KUMON-Methode zu arbeiten hatte.“
Was glaubst du, weshalb dir Mathematik so schwer fiel?
„Da, wo es bei den meisten Schülern hakte, hatte ich keine Probleme. Ich hatte dafür Schwierigkeiten an Stellen, wo andere problemlos vorankommen. Zum Beispiel konnte ich ab C51 die zweistellige Multiplikation leicht lösen, aber die Brüche ab D161 kaum. Probleme hatte ich auch, als ich noch klein war und mit 4A31 begann. Ich erinnere mich noch, wie ich die Blätter mit Absicht zu Boden fallen ließ. Als dann zum ersten Mal Zahlen zum Nachschreiben vorkamen, konnte ich auch nach mehrmaliger Übung die Ziffer 2 nicht hinbekommen und tat so, als ob ich schliefe.“
Wie bist du mit schwierigen Situationen umgegangen?
„Das Beste war, dass ich Problembereiche wiederholen konnte. Die meisten Eltern wollen, dass ihr Kind schnell Fortschritte macht, aber meine Eltern schlugen mir im Gegenteil vor, wieder eine Stufe zurückzugehen. Ich finde, dass bei KUMON der „Mut zum Zurückgehen“ sehr wichtig ist. Durch die Wiederholung wird man sicherer und kann wieder vorankommen. In den Schulferien arbeitete ich mit leichteren Stufen, um die vier Rechengrundlagen zu wiederholen. Als ich ins Gymnasium eintrat, war ich soweit, dass ich meine Schwächen selbst erkannte und konnte einschätzen, wo und wie oft ich bestimmte Stellen wiederholen sollte.“
Wie hast du den Unterschied zwischen Schul- und KUMON-Mathematik erlebt?
„Bei KUMON bekommt man ein Beispiel vorgegeben und muss selbst denken. In der Schule bekommt man die Aufgaben erklärt und versteht deren Logik recht gut. Zuweilen löste ich die Aufgabe im Unterricht zuerst mit der KUMON-Methode und dann mit der in der Schule gebräuchlichen Methode und verglich die beiden Rechenweisen. Anschließend rechnete ich immer mit der Rechenmethode, die mir einfacher erschien.“
Was hast du aus den 15 Jahren KUMON gelernt?
„Durch KUMON habe ich meine Konzentrationsfähigkeit verbessert. Ich habe neben KUMON noch Ballett getanzt, Geige gespielt und im Chor gesungen, aber ich konnte mich stets gut konzentrieren. Damals habe ich mir auch angewöhnt, etwas Neues bis zum Ende durchzuziehen. Außerdem kann ich jetzt meine Zeit viel besser einteilen und in kürzerer Zeit mehr schaffen.“
Welche Zukunftspläne hast du?
„Ich wollte schon immer Dolmetscherin werden, aber in letzter Zeit habe ich einige Erfahrungen in dieser Hinsicht sammeln können, und da ist mir klar geworden, dass dies ein sehr anstrengender Beruf ist. Aber ich möchte auf jeden Fall einen Beruf wählen, in dem ich von meinen guten Sprachkenntnissen Gebrauch machen kann.“
Kannst du KUMON Schülern etwas mit auf den Weg geben?
„Jede/r hat eine Phase, in der er/sie KUMON abbrechen möchte. Auch ich wollte einige Male mit KUMON aufhören. Bei mir war es so, dass ich mich erstens nicht traute, dies meiner Instruktorin zu sagen, und zweitens fürchtete ich, den Abbruch eines Tages vielleicht doch zu bereuen. Deshalb machte ich weiter mit KUMON. Im Nachhinein halte ich das für die richtige Entscheidung. Außerdem ist es wichtig, viel zu lesen. Die Vorstellungskraft, die durch Bücher angeregt wird, kann man nicht durch Lernen steigern.“
Eine Frage an die Eltern von Mai
Was haben Sie unternommen, wenn Ihre Tochter einen Duchhänger hatte?
Als Mai noch klein war, fanden wir es sogar sehr spannend, jeden Tag eine neue Strategie zu entwickeln, um unsere Tochter zu motivieren und ohne Druck ihren Fortschritt zu unterstützen. Wie wir alle wissen, zeigen Kinder, anders als Erwachsene, direkt ihre innere Stimmung und sagen klar, dass sie keine Lust haben zu lernen, wenn sie Schwierigkeiten empfinden. Wir folgten dem Prinzip, zuerst die Ursache der Unlust herauszufinden. Und wenn wir diese festgestellt haben, haben wir Mais Lernfortschritt an die Stelle zurückgesetzt, die ihr leichter fiel. Wir haben versucht, Ihre Stimmung aufzubessern und sie aufzumuntern. So gelang es, sie daran glauben zu lassen, dass sie ohne jegliche Hilfe selbstständig vorangeschritten ist. In der Tat haben wir uns viele versteckte Ideen einfallen lassen, sie zu motivieren.
Bei KUMON ist es wichtig, dass die Eltern am Lernprozess beteiligt sind und diese Aufgabe als Freude empfinden. Rückblickend sind wir froh, dass wir gemeinsam als Familie diesen Weg eingeschlagen haben.




