Lerncenter finden

Kooperationsprojekt „Chancenwerkstatt Mathematik“ in der Leipziger Grundschule am Rabet

6. Juni 2017

Auf die Plätze – fertig – los, und Sanduhr umgedreht! So beginnt seit März der Mathematik­unterricht der Klasse 1c in der Leipziger Grundschule am Rabet. In den ersten zehn Minuten trainieren die Kinder – die meisten mit Migrationshintergrund – ihre Rechenfertigkeiten mit der KUMON-Methode. Ein erfolgreiches Projekt, meint die Klassenlehrerin Nicole Szuban schon jetzt: Nahezu alle Kinder werden in die zweite Klasse aufsteigen können, was vorher nicht der Fall war.

 

Wunsch einer Lehrerin: niemanden abhängen, niemanden langweilen

 

Unter den 25 Schülern der Klasse 1c sind fünf deutsche Kinder, die anderen kommen aus unterschiedlichen Ländern; viele sind mit ihren Familien kürzlich hierhin geflüchtet. „Es tat mir leid zu sehen, dass viele Migrantenkinder gleich die erste Klasse wiederholten, weil sie in Mathematik nicht mitkamen“, sagt Lehrerin Nicole Szuban.  „Das ist kein schöner Start ins Leben. Auf der anderen Seite gab es leistungsstarke Schüler, die begannen, sich im Unterricht zu langweilen. Es war mir wichtig, niemanden abzuhängen, sondern das Potential aller Kinder optimal zu entfalten und sie mit Freude am Lernen zu halten.“

 

Durch eigene familiäre Erfahrung kannte Nicole Szuban die aus Japan stammende KUMON-Lernmethode für Mathematik, bei der Kinder erst viele leichte, dann immer anspruchsvollere Aufgaben rechnen und so immer besser und schneller werden. Ihr kam die Idee, dieses Lernprogramm im Unterricht einzusetzen, und zwar in den ersten zehn Minuten jeder Mathematikstunde, die sie zur freien Verfügung hat.

 

Eine Idee trifft auf offene Ohren

 

Dr. Sylvia Harms, Leiterin des KUMON-Lerncenters Leipzig-Gohlis, und ihr Team waren sofort angetan. „Wir wollten uns schon länger für Flüchtlinge engagieren und waren froh über diese konkrete Idee“, so Harms. Die KUMON Deutschland GmbH sagte einen Zuschuss zu, und Wolfgang Gärthe von der Stiftung ProBildung Leipzig-Ost gGmbH konnte für einen weiteren Zuschuss gewonnen werden. ProBildung engagiert sich seit längerer Zeit maßgeblich an Projekten in Leipziger Schulen und Kindertages­stätten, um individuelle Potentiale zu fördern und allen Schülern einen qualifizierten Schulabschluss zu ermöglichen. Auch die Schulleiterin, Frau Trummer, stand dem Projekt sehr offen gegenüber und freute sich über die Möglichkeit, ihren Schülern diese Förderung zukommen lassen zu können. So fuhr die gesamte Klasse 1c Anfang März zum KUMON-Lerncenter nach Leipzig-Gohlis, wo für jedes Kind der Lernstand und der individuelle Startpunkt ins Lernprogramm ermittelt wurde.

 

KUMON wird Programm … und gefällt

 

Seitdem wird zu Beginn jeder Mathematikstunde die Sanduhr umgedreht, zehn Minuten lang werden KUMON-Aufgabenblätter bearbeitet. „Es sind die stillsten zehn Minuten des ganzen Tages“, sagt Nicole Szuban. „Sonst ist oft viel Unruhe: Aufspringen, Dazwischenreden. Nicht in diesen zehn Minuten – da herrscht absolute Konzentration! Jedes Kind arbeitet individuell und bedarfsgerecht an seinen eigenen Aufgaben.“

Heute, nach drei Monaten, ist der Reiz des Neuen vorbei. Doch noch immer lösen die Kinder sichtlich begeistert ihre KUMON-Aufgaben. Warum macht den Kindern KUMON so viel Spaß? „Weil ich das schnell und gut kann!“. „Das Schulbuch ist manchmal schwer. KUMON kann ich gut!“. „Wir werden schlau, dann melden wir uns und sagen das Richtige“ – so einige  Schülerstimmen.

 

„Manchmal zählt ein Schüler vorweg die Seiten und ruft: ‚Fünf Blätter heute, das schaff ich!‘“, erzählt Frau Szuban und meint, dass die Befriedigung, etwas Angestrebtes zu Ende gemacht zu haben, wohl mit ein Grund ist, die Methode zu mögen. Manche rechnen nach den zehn Minuten heimlich weiter, so hören wir …

 

„Angefacht wird die Begeisterung durch genau die richtige kleine Herausforderung, die der Schüler gut bewältigen kann“, so beschreibt Thomas Neumann von KUMON Deutschland das Prinzip der Methode. „Das fesselt die Aufmerksamkeit, Konzentration stellt sich ein, der Schüler rechnet die Aufgaben gern. Sein Hirn arbeitet die ganze Zeit, ohne Leerlauf. So wird er immer ein kleines Stück weiter an seine Grenze geführt und überschreitet sie, betritt Neuland. Auf diesem Prozess liegt unsere ganze Aufmerksamkeit bei der Begleitung der Schüler.“

 

„Fernsteuerung“ durch die KUMON-Lerncenterleitung

 

„Die Kinder der Schule am Rabet erleben eine Ausnahme-Variante von KUMON“, erläutert Sylvia Harms. Normalerweise kommen Kinder – unabhängig von der Schule – zweimal in der Woche nachmittags zu ihr ins Lerncenter. Sie und ihre Assistenten beobachten die Kinder beim Arbeiten, leiten diese zum motivierten, selbständigen Lernen an und geben ihnen passgenaue Aufgaben nach Hause mit, die bis zum nächsten Besuch im Lerncenter bearbeitet werden. Beim Schulprojekt ist diese Taktung nicht ganz so eng. Einmal pro Woche bringt Frau Szuban die gelösten Aufgabenblätter aller Kinder ins Lerncenter, wo die Ergebnisse dokumentiert und die weiteren Lernschritte jedes einzelnen Kindes geplant werden. Ein intensiver Austausch zwischen der Klassenlehrerin und der Lerncenter-Leitung rundet die optimale Begleitung ab. Tags darauf holt die Lehrerin neue Aufgabenblätter ab, und das Lernen startet in eine neue Woche.

 

Es lohnt sich

Ein Erfolg des Projekts zeigt sich schon jetzt, nach drei Monaten. „Seit KUMON eingeführt wurde, sind viele Kinder im regulären Mathematikunterricht aktiver und engagierter“, reflektiert Frau Szuban. „Ihr Ehrgeiz ist erwacht, sich anzustrengen und auch zusätzliche Aufgaben zu lösen. Durch stetige kleine Erfolge ist ihr Selbstvertrauen gewachsen. Und ich kann nahezu alle Schüler mit in die zweite Klasse nehmen!“, freut sich die Klassenlehrerin.

Auch das Team des KUMON-Lerncenters ist hoch motiviert, engagiert bei der Sache und froh, die Begleitung der Kinder noch bis zur Mitte der 2. Klasse übernehmen zu können. Übrigens: Da es die Philosophie bei KUMON ist, jeden Tag ein bisschen zu üben, erledigen die Kinder der Klasse 1c auch am Wochenende und in den Ferien ohne Murren kleine Aufgaben. Sie freuen sich schon darauf, auch in die Sommerferien Aufgaben mitzunehmen und ihrer neuen Leidenschaft – der Mathematik – nachgehen zu können.

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